Die wichtigsten Ergebnisse

Anfang des Jahres haben über 100 in der Metropolregion Rhein-Neckar selbstständig Tätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft an der anonymen Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie teilgenommen.

Wir haben hier die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen gestellt, die wir größtenteils als alarmierend erachten. Es gibt allerdings auch positive Entwicklungen, z.B. bei Kooperationen oder in der Digitalisierung.

Mit der Bilanz des Coronajahres 2020 wird u.a. deutlich, dass die Umsatzrückgänge in der Region deutlich drastischer ausfallen, als es Selbstständige im April 2020 prognostiziert hatten: Fast die Hälfte der Befragten verzeichnen Rückgänge um über 70%.

Existenzen von Mitgliedern in Verbänden und Netzwerken weniger bedroht

Über die Hälfte der Befragten sehen demnach ihre wirtschaftliche Existenz stark oder sehr stark gefährdet. Selbständige, die in einem Fach-oder Berufsverband, einem kultur- und kreativwirtschaftlichem Netzwerk organisiert sind oder Mitglied in einer Kammer oder Verwertungsgesellschaft sind, fühlen sich etwas weniger stark in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht als Selbständige, die in keiner dieser Organisationen Mitglied sind.

Corona-Hilfen wurden stark in Anspruch genommen – Grundsicherung kaum

Zwei Drittel der Selbständigen in der Kreativregion nahmen Corona-Hilfen in Anspruch. Nur 10% der Selbständigen aus der Kreativregion Rhein-Neckar nahmen den sog. vereinfachten Zugang zur Grundsicherung in Anspruch. Das liegt 4% unter dem Bundesdurchschnitt.

Zufriedenheit eher mit Landes- als mit Bundespolitik

Selbstständige der Kreativregion Rhein-Neckar stimmen der Aussage, dass die Interessen von Solo-Selbständigen und Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft gegenüber der Politik in ihrem Bundesland gut vertreten waren eher zu als der Aussage, dass diese Interessen gegenüber der Politik auf Bundesebene gut vertreten waren.

Wichtiger Digitalisierungsschub

Die Corona-Krise hat einen wichtigen Digitalisierungsschub für die Kultur- und Kreativwirtschaft gebracht. Vor allem Befragte aus der Designwirtschaft, der Filmwirtschaft, der Musikwirtschaft und dem Werbemarkt geben an, dass die Krise für die Kultur- und Kreativwirtschaft einen (ökonomisch) wichtigen Digitalisierungsschub bedeutet.

Unternehmerlohn oder Grundeinkommen würden jetzt helfen

Was Selbständigen in der regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft jetzt hilft, sind aus Sicht der Befragten in erster Linie ein Unternehmerlohn oder ein Grundeinkommen unabhängig vom Einkommen anderer Haushaltsmitglieder. Der Austausch mit anderen Kreativen steht an zweiter Stelle.

Gezielte Maßnahmen sinnvoll

Auch Beratungs- und Weiterbildungsangebote, Beratungsförderung, Betriebskostenzuschüsse und finanzielle Unterstützung für Investitionen in Innovation und Digitalisierung werden als sinnvolle Maßnahmen befürwortet.

 

Vielen Dank dem Kreative Deutschland e.V. und dem Netzwerk der Institutionen zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland (PCI) sowie dem Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung der TU Dresden für die Konzeption, Umsetzung und Auswertung der Befragung!

Die Auswertung im Einzelnen

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