Barcampkultur – Lernökologie mit Potentialen zur Netzwerk- und Communitybildung?
Marcel Bernatz hat sich wissenschaftlich mit Barcamps und Lernkultur auseinander gesetzt, hier der entsprechende Blogbeitrag und ein kurzes Zitat daraus:
Im Rahmen des „Siegeszugs“ des Social Webs ist auch die Entstehung des BarCampsformats zu verorten. Es trägt das Netz zurück in die reale Welt, verknüpft digitale und reale Welten, die sich zunehmend überlagern. Als Referenzobjekt kann im Großen und Ganzen der virtuelle Raum, seine Werkzeuge, seine Technologien, seine Potentiale gesehen werden. Es scheint nicht zufällig, dass das Format seine Ursprünge im IT-Umfeld hat, wo doch genau dort die Entwicklungsgeschwindigkeit so rasant ist. Waren auf den ersten BarCamps fast ausschließlich Open-Source Technologien Gegenstand der Veranstaltungen, so schlägt sich dies direkt in den Prinzipien der Unkonferenz nieder. Das freie Gut ist nicht der Code, sondern noch viel mehr: Das Wissen. Startete das Fomat als Treffen von Entwicklern, Bloggern, Technikbegeisterten oder sonstigen Geeks, so hat es sich mittlerweile auf einer breiteren Basis durchgesetzt. Ob bei Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, Vereinen, oder Unternehmen der freien Wirtschaft, das Format gewinnt als Alternative zu traditionellen Konferenzen an Popularität. Geringe Kosten, der dynamische und informelle Charakter und die Einbeziehung einer Vielzahl an Kommunikationskanälen sowie der allgemein offene Charakter scheinen einen Mehrwert zu bieten. Bei genauerer Betrachtung stehen Konferenzen und Barcamps ungefähr zueinander wie das klassische Internet und das Web 2.0. Auf der einen Seite finden sich feste oder vorgefertigte Strukturen, wenig Interaktivität und einseitige Kommunikation – auf der anderen Seite stehen der Community-Gedanke, der ständige Austausch und das aktive Beteiligen im Vordergrund.